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Häusliche Pflege - Pflegende Angehörige

Pflegende Angehörige im Alltag – Praxistipps

 

Mittlerweile werden an die 70% aller Pflegebedürftigen von Angehörigen Zuhause gepflegt. Die Pflege eines Familienmitgliedes ist eine große Umstellung und Herausforderung für alle Beteiligten. Meist sind die pflegenden Angehörigen– durch Beruf, Pflege und Ansprüche der anderen Familienmitglieder – dreifach belastet. So bleibt im Alltag wenig Zeit für einen selbst, was schnell zu hoher Beanspruchung oder schlimmsten Falls zu einem Burn-Out führen kann.

 

Pflege Zuhause ist je nach Zustand des Betroffenen sehr unterschiedlich. Zur Pflege gehören die Mahlzeiten, die Körperpflege, die Medikamenteneinnahme, die Rehabilitation und weitere Maßnahmen, wie zum Beispiel die Lagerung. Zum Alltag gehören neben den notwendigen pflegerischen Maßnahmen ebenso gemeinsame Ruhepausen, Unternehmungen und die Vermittlung von Sicherheit und Geborgenheit. Der Angehörige soll sich wohlfühlen und nicht „zur Last werden“.

Wie man die Pflege in das alltägliche Leben integrieren kann und welche Tipps den Pflegenden entlasten, erklären wir hier.

 

Tipp 1 – Ehrlichkeit.

 

Bevor Sie die Aufgabe des pflegenden Angehörigen übernehmen, sollten Sie für sich ganz bewusst entscheiden, ob Sie dieser Herausforderung gewachsen sind und über die notwendigen zeitlichen, räumlichen und finanziellen Mittel verfügen, diese Aufgabe zu meistern. Hier sollten Sie ganz ehrlich zu sich und Ihren Angehörigen sein.

 

Tipp 2 – Vorab Infos.

 

Informieren Sie sich vorab, was durch die Pflege auf alle Beteiligten zukommt. Wie ist der aktuelle Stand der Pflegebedürftigkeit, was kann und muss beantragt werden, wer steht Ihnen als Ansprechpartner bei Fragen zur Verfügung?

 

Tipp 3 – Räumliche Umstellung.

 

Die Pflege eines Angehörigen ist nicht nur eine psychisch und physische Umstellung, sondern bedarf auch einer räumlichen Neuorganisation der eigenen 4-Wände. Dem zu pflegenden Familienmitglied steht bestenfalls eine eigene, getrennte Räumlichkeit zur Verfügung. Dieser Raum sollte über einen Zugang zu einem separaten Badezimmer verfügen und genug Staufläche für Pflegebett, Nachttisch, einen Schrank sowie Möglichkeiten zur Unterbringung und Aufbewahrung von Hilfsmitteln, Medikamenten und Pflegezubehör beinhalten. Nicht zu vergessen sind die persönlichen Dinge, die der Angehörige mitbringt. Die Zugänge zu den anderen Räumen sollten leicht zugänglich und barrierefrei sein. Der Platz rund um das Bett muss ausreichend Platz ermöglichen, um die alltägliche Pflege (je nach Zustand des Betroffenen) zu erleichtern. Zudem sind das Anbringen von Haltegriffen und das Vermeiden von Ecken und Stolperkanten sinnvoll. Wenn möglich, steigert die Einrichtung des Zimmers die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit des Pflegebedürftigen.

 

Tipp 4 – Routine.

 

Routine im Pflegealltag erleichtert den Ablauf. Sowohl für den Pflegebedürftigen als auch für die Pflegekraft verhilft ein strukturiertes Zeitmanagement Hektik zu vermeiden und Ruhephasen zu finden. Nicht nur die pflegerischen Maßnahmen, wie Reinigen oder Essen, sondern auch Zeit für Fürsorge und Freizeit sollten eingeplant werden. Wenn die einzelnen Prozesse immer zur selben Zeit stattfinden, unterstützt das die Entstehung von Routine und fördert das Gefühl von Sicherheit und Stabilität. Die Tage sind gut planbar, so dass auch unvorhersehbare Änderungen kein Chaos verursachen. Ein genauer Stundenplan kann diesbezüglich weiterhelfen.

 

Tipp 5 – Miteinander.

 

Miteinander und Füreinander sind wichtige Aspekte im Pflegealltag. Dem Pflegebedürftigen ist das ständige auf Hilfe angewiesen sein nach einer gewissen Zeit genauso zu wider wie Ihnen die Vollzeitbetreuung. Beide Parteien sollten sich unterstützen und Rücksicht aufeinander nehmen. Nur so funktioniert das Beisammensein im Pflegealltag.

 

Tipp 6 – Offenheit.

 

Nehmen Sie Hilfe an, spannen Sie Ihre gesamte Familie und Freunde in Ihren Alltag mit ein. Pflege Zuhause ist kein Job für eine Person, sondern ein gemeinsames Projekt. Nur wenn Sie über Ihre Situation reden, können die Menschen im Umfeld diese nachvollziehen. Lassen Sie die Pflege nicht Thema Nr. 1 sein aber reden Sie offen darüber.

 

Tipp 7 – Hilfe suchen und annehmen.

 

Suchen Sie professionelle Hilfe im Umfeld. Eine Tagespflege, die 1-2 Mal wöchentlich vorbeikommt, kann Sie auf Dauer stark entlasten. Lassen Sie sich vorab beraten und nutzen Sie das, was Ihnen zusteht.

 

Tipp 8 – Selbsthilfe.

 

Reden hilft. Nehmen Sie Kontakt zu anderen Betroffenen auf. Dabei kann das Internet die erste Hemmschwelle nehmen. In Foren und Gruppen in den sozialen Netzwerken treffen Sie schnell auf Menschen, die in der gleichen Situation sind wie Sie und Ihnen gegebenenfalls weitere Tipps verraten können. Ein weiterer Vorteil ist die zeitliche Flexibilität, das Internet hat kein Ladenschluss. In vielen Städten werden zudem Selbsthilfe-Gruppen angeboten, in denen Sie den direkten Kontakt zu anderen Betroffenen suchen können und sich ein eigenes Netzwerk aufbauen können, das durch die regionale Nähe der einzelnen Betroffenen unterstützt wird.

 

Tipp 9 – Kontakte.

 

Seien Sie im ständigen Dialog mit Ärzten, Therapeuten und allen anderen Mitwirkenden im Pflegealltag. Nutzen Sie bestehende Kontakte und versuchen Sie durch diese immer auf dem aktuellsten Stand zu sein, um bei Änderungen direkt reagieren zu können. Vermerken Sie die wichtigsten Daten in einem Pflegetagebuch.

 

Tipp 10 – Leben

 

Auch wenn es schwer fällt, lassen sie nicht die Pflege alleine Ihr Leben bestimmen. Sie brauchen in diesem durchstrukturierten Alltag, der 365 Tage im Jahr für 24 Stunden am Tag Ihr Leben beeinflusst, Zeiten um sich zu erholen und neue Energie zu gewinnen.

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